Neulich erklärte mir eine Schülerin, dass sie Eno gut finde. Der mache Rap. Das sei ‚Sprechgesang‘. Ich antwortete mit: „Aha“ und dachte: „Ey, ich hab RIN schon live gesehen, Alde!“
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Kürzlich erwarb ich eine Canon AE-1. Damit macht das Fotografieren richtig Spaß. Das Tolle an der analogen Fotografie: Es ist wie beim Crowdfunden. Man investiert was und dann dauert es eine ganze Weile, bis man das Ergebnis sieht – wenn man denn überhaupt etwas bekommt. So habe ich bereits wenigstens einen Film sinnlos verschossen, den ich vermutlich nicht richtig eingelegt hatte. Der andere jedoch hat ein paar recht schöne Schwarzweiß-Bilder ergeben.
Das Tollste ist jedoch, dass ich das 50mm Makro-Objektiv der alten Canon dank Adapter auch an meine neuere digitale Pentax machen kann – und das wertet sie ganz schön auf, weil es offensichtlich lichtstärker ist als mein Reisezoom-Objektiv. Das könnte Patrick gefallen, der ganz gerne mal den ein oder anderen Fünfsekünder dreht.
Während ich das Design der Seite abändere, um es zu entschlacken, stellt sich mir die Frage, warum Minimalismus (zumindest stellenweise) mehr und mehr in Mode kommt. Vielleicht liegt das am Verlangen nach mehr Inhalt (im Sinne von mehr Tiefe, nicht mehr Content). Die Idee zur Veränderung hatte ich, nachdem ich auf diese Sache gestoßen bin: write.as. Sagt viel über mich aus, dass ich anfange, am Layout zu basteln, anstatt zu schreiben.
Henrik Szanto hat ein Buch veröffentlicht, der Deutschlandfunk berichtet darüber:
Hyppytyynytyydytys sei ein Kunstwort, das im Finnischen die Freude bezeichnet, die man empfindet, wenn man auf Kissen herumspringt.
Ich finde Poetry Slams ja ganz ok. Sprachlich beeindrucken mich andere derzeitige lyrische Expressionsformen mehr, zu nennen wäre da SSIO, allein wegen der Vokalsprache. – Ist y nun eigentlich ein Konsonant?
Am meisten nerven mich Poetry Slams, wenn sie zu Comedy Shows mutieren. Im Jokus gewinnen jedenfalls meistens die ‚witzigen‘ Texte.
Apropos Brustschwimmen und Futur II: Brustschwimmer sind einfach benachteiligt.
Küchen kaufen ist eine Sache. Küchen verkaufen die andere.
Ich ziehe gerade um. Sowas ist immer ganz schön stressig. Ohne die Hilfe von guten Leuten wäre ich ganz schön aufgeschmissen. Mein Bruder zum Beispiel hat meine Küche abgebaut, während ich sämtlichen Kram weitergepackt hab. Das grundsätzliche Problem an Umzugsvorbereitungen ist die zeitliche Planung: Wenn man zu früh anfängt zu packen, hat man Dinge, die man benötigt, nicht in Reichweite. Wenn man zu spät anfängt, kommt man ins Schwitzen – oder die Umzugshelfer werden auch Packhelfer. Das Kritische: Ich bin langsam. Dadurch wird das Zeitfenster der Umzugsvorbereitung bedrohlich klein. Blöd ist außerdem, dass man sich als Lehrer keinen Urlaub nehmen kann. Den letzten Umzug , er war in den Sommerferien, hatte ich entspannter in Erinnerung.
Letztes Jahr lud das Bundeslandwirtschaftsministerium zu einem Treffen zur Konkretisierung des Tierwohllabels verschiedene Beteiligte ein. Seit Februar gibt es nun dieses Tierwohllabel. Meine Schüler merkten Unterschiedliches an:
- 0,75qm (gesetzlicher Mindeststandard) – Da passe doch kein Schwein drauf.
- Dass das Tierwohllabel freiwillig ist, führe dazu, dass vermutlich nur jene Betriebe das Label abdrucken würden, die eine höhere Stufe erfüllen können.
- Wenn viele Betriebe mitmachen würden, machen jene, die nicht mitmachen, vermutlich Verluste.
- Da das Fleisch der Stufe 3 bestimmt teurer sei, müsse man sich Tierwohl erst einmal leisten können.
- Eine unbetäubte Kastration tut sehr weh (noch gesetzlicher Mindeststandard).
In Kiel verbietet die Hochschule Vollverschleierung. Begründet wird das damit, dass die Mindestvoraussetzung der Kommunikation zur Erfüllung universitärer Aufgaben erfüllt sein müssen.
Ein Kommentar dazu war: Vollverschleierung einfach scheiße finden oder auch auch als Symbol der Unterdrückung der Frau zu verstehen und deswegen abzulehnen, fände ich eine ehrlichere Argumentation.
Mein Kommentar: Wenn ich jemandem im Gesicht nicht ansehen kann, wie langweilig mein Unterricht ist, wäre das auch nicht so ehrlich.
Allmacht Amazon habe ich neulich nebenbei geschaut. Ganz interessant war der Selbstversuch einer Netzaktivistin. Düstere Zukunftsszenarien wie bspw. dass Amazon in Zukunft weiß, was du willst, bevor du es weißt, blieben natürlich auch nicht aus. Durch die zunehmende Macht von Amazon drohe sich ein Modell der Planwirtschaft zu entwickeln. Klingt nach ganz großem Fußball, der Jeff Bezos da gelingt.
Derweil hat Facebook vom Bundeskartellamt ein fettes Dislike und 1 Jahr Zeit bekommen, seine Regelungen zur Datensammlung umzugestalten, sodass man dem ausdrücklich zustimmen muss. Was mir dabei nicht klar war: Facebook sammelt z.B. Daten von seinen Nutzern, wenn eine beliebige Internetseite Facebooks Like-Button implementiert hat, ohne dass man diesen drücken müsste. Schöne neue Welt.
„Roboter gehören zur Schöpfung“ – das Gespräch erinnerte mich ganz entfernt an Der Gewissensfall, wo ein Theologe Teil eines Erkundungsteams auf einem fernen Echsenplaneten ist – um herauszufinden, ob dieses gesellschaftliche Paradies, welches ohne den Glauben an Gott funktioniert, echt ist oder eine Illusion des Teufels, um die Menschen zu verführen, von Gott abzulassen.
Im DLF-Gespräch geht es allerdings um Künstliche Intelligenz und ob diese moralische Entscheidungen zu treffen vermag. Wenn ich den Theologen richtig verstanden habe, schlägt er eine pragmatische Lösung für diverse Dilemmata vor. So könne Deep Learning (Vorsicht!) so eingesetzt werden, dass KI das richtige Verhalten von Menschen automatisch lernt. Eine Entscheidung grundsätzlich am Programmiertisch zu treffen, wie bspw. sich ein Auto in Dilemmasituationen zu verhalten habe, sei jedenfalls nicht sinnvoll, da jede Entscheidung von vielen kleineren Faktoren bedingt sein könnte.
Mein Gedanke dazu war: Wenn Maschinen durch Beobachtung moralisches Handeln lernen sollen, ist es ja nicht mehr moralisch, weil die Entscheidung, etwas als richtiges und also nachahmenswertes Verhalten zu interpretieren nicht auf einem Individuum (samt Historie, Trotz und freiem Willen) beruht, sondern vermutlich auf der bloßen Masse von ‚richtigen‘ Handlungen.
Interessant finde ich die Frage, wie sehr wir Menschen Moral auch ’nur‘ deep lernen. Erwähnenswert ist noch die Anekdote vom Prager Golem, der vergessen wurde, für den Sabbat deaktiviert zu werden, und daraufhin das Haus seines Herrn verwüstet.
Alexander meint zu dem Beitrag Folgendes:
Ich glaube, hier liegt eine große Begriffsverwirrung vor, die notwendigerweise zur Nivellierung zentraler anthropologischer Grenzziehungen führt. Es ist in dem Beitrag immer wieder von ‚maschinellen Entscheidungen‘ die Rede. Gibt es die aber überhaupt – und wenn ja, in welchem Sinne? Die Wahl zwischen zwei (oder mehreren) Handlungsoptionen ist nur unter der Bedingung ‚moralisch‘, dass die Handlung für den Entscheidungsakteur eine persönliche Relevanz besitzt. Das würde ich bei Maschinen grundsätzlich bezweifeln. Schon in der sprachlichen Mikrostruktur des KI-Diskurses wird mit unzulässigen Gleichsetzungen zwischen Mensch und Maschine operiert. Roboter sind nicht ‚intelligent‘, es sei denn man reduziert Intelligenz auf Lernfähigkeit; sie handeln nicht ‚moralisch‘, weil sie bloß einem sich selbst optimierenden Programm folgen; und sie treffen auch keine ‚Entscheidungen‘, weil sie keine Gewissensbisse verspüren. Was wie moralisches Handeln aussieht, ist noch lange kein moralisches Handeln. Das ist im Grunde auch mein Einwand gegen den Turing-Test. Einer Maschine Würde zuzusprechen wäre damit das Ergebnis einer fundamentalen Selbsttäuschung – Kubriks ‚A.I.‘ in allen Ehren.
Damit wäre alles gesagt.
Auf spiegel.de ist eine Kolumne zu finden, in der eine Mutter über ihre Erlebnisse bei Elternsprechtagen berichtet: Ganz harte Schule
Warum Lernentwicklungsgespräche Mumpitz sind. Ûber diesen Satz bin ich gestrauchelt:
Ich äußerte den innigen Wunsch, meiner Tochter doch bitte beizubringen, wenigstens die Arbeitsblätter mitzubringen.
Mich erinnerte das an ein Plakat von der GEW zu einem Elternsprechtag, auf dem ein Elternteil zum Lehrer sagt: „Mein Sohn sagte mir, Sie seien verhaltensauffällig.“
Ich saß neulich beim Arzt im Wartezimmer. Da ist mir aufgefallen, dass es dort eine stille Übereinkunft bestimmter Verhaltensweisen gibt.
- Das Grüßen geht nur vom Eintretenden aus, nie von den Wartenden.
- Man redet grundsätzlich nicht – es sei denn, man kennt sich, dann muss man reden.
- Gespräche zwischen zwei einander unbekannten, die manchmal aus einem konkreten Anlass beginnen, brechen abrupt ab, wenn eine bestimmte Intimitätsebene erreicht wird.
- Kinder kennen diese stillen Übereinkünfte nicht.
Kurz: Verhalte dich wie in der Sauna.
Preisfrage: In welchen (halb-)öffentlichen Räumen gelten diese Regeln noch? Tipp: Der Fahrstuhl ist es nicht.
Ich habe mir die Serie Nightflyers angeschaut. In den Kommentaren zu einer Kritik auf SPON entdecken einige Ähnlichkeiten zu Event Horizon, 2001: A Space Odyssey und Interstellar. Ich würde wenigstens noch Solaris hinzufügen. Nightflyer basiert auf einer kurzen Erzählung aus dem Jahr 1980 von George R.R. Martin, bekannt für Game of Thrones. (Ich habe gehört, dies solle die beste Serie aller Zeiten sein.) Ganz interessant ist, dass Nightflyers schonmal 1987 verfilmt wurde – offensichtlich nicht so gut:
Director Robert Collector left the production before the film’s editing was completed, and requested that his name not appear in the credits.
Für mich klingt das, als hätte er sich einen Kilius geleistet.
Afanasia Zwick (der Name klingt nach meinen Rückenschmerzen) hat ein paar Tipps gegen schlechte Haltung: Krumm vor dem Laptop. Ob das auch an der Playstation funktioniert?
Toilettensitz könnte Herzpatienten überwachen:
„Die Daten waren gut, jedoch mussten die Testpersonen bei der Messung still sitzen.“
Wieder mal diese realitätsfernen Wissenschaftler in ihren Elfenbeintoiletten.
Anne hat mich gerade daran erinnert: Vor genau einem Jahr musste mein Hund eingeschläfert werden. Er hatte Krebs, der so gestreut hatte, dass durch ein Loch in der Herzwand Flüssigkeit im Herzbeutel war. Eine Not-OP wäre sofort nötig geworden, um mit einer Punktion das Herz zu entlasten. Da seine Blutwerte mies waren, wäre er vermutlich bei der OP verblutet. Hätte er überlebt, hätte er vermutlich noch wenige Wochen gelebt. Also war die Entscheidung, ihn einzuschläfern, vernünftig. Schwer war sie, weil er vor dem Einschläfern noch ziemlich fit schwanzwedelnd in den Behandlungsraum der Tierklinik reingetrabt kam. Der Oberarzt hatte wohl nochmal deutlich gemacht, dass er noch nie ein Tier mit diesem Krankheitsbild gesehen habe, das noch so fit gewesen sei. Das kann ich bestätigen, da er mich (auf dem Fahrrad) noch 10 Tage vorher abgezogen hatte, ich kam schlicht nicht an sein Tempo heran. Es geht manchmal sehr schnell.
Gestern hatten wir an unserer Schule einen pädagogischen Tag. Für die Schüler bedeutet das, sie haben einen Tag frei. Die Lehrer müssen arbeiten. Das Thema war Zeitmanagement. Durch den Vormittag führte ein Mensch, der sich wohl auf dieses Thema spezialisiert hat und in Firmen&Co solche Workshops anleitet. Es wurden zunächst einige Modelle und Prinzipien vorgestellt:
- 80/20-Regel
- Eisenhowerprinzip
- Alpen-Methode
- 3-Minuten-Regel (Nicht zu verwechseln mit der 3-Sekunden-Regel.)
- DISG-Modell (Lustig, er hatte was von einem Psychoanalytiker namens Jung erzählt, der es wiederum von Hypokrates aufgenommen habe. Vielleicht hab ich aber auch nur nicht richtig zugehört.)
Zu Prokrastination (Stichwort: „Die Faulheit steigt mit den Möglichkeiten.“) verlor unser Zeitmanager kein Wort. Interessant fand ich die Unterscheidung zwischen Effektivität und Effizienz: Tue ich die richtigen Dinge? (Effektivität) Oder tue ich die Dinge richtig? (Effizienz) Allerdings würde ich die beiden Begriffe nicht (so) unterscheiden. Ich halte das eher für einen rhetorischen Trick, um Verblüffung zu erzeugen, nachdem jeder trotz Grübelei nicht auf die Unterschiede der beiden Begriffe gekommen ist.
Im Grunde hatte ich das Gefühl, dass sich alles eher an Führungskräfte richtete. Schließlich gab der Workshopleiter uns Anekdoten mit auf den Weg, wie bspw. die von jenem hart arbeitenden Menschen, der zum ersten Mal in seinem Leben 3 Wochen Urlaub am Stück genommen habe. Als dieser dann nach den 3 Wochen seine Arbeitsmails abgerufen habe, seien das so viele gewesen, dass er sie alle in einen Extraordner verschoben habe, um sie sich später anzusehen. Nach Monaten sei ihm dann der Ordner mit den nichtbeantworteten Mails eingefallen. Da habe er für sich gemerkt: Es sei ja auch so gegangen.
In der sich anschließenden Gruppenarbeitsphase zog ich mich ins Bürro zurück, um mich weiter um den Zeugnisdruck zu kümmern (der Kollege, der das üblicherweise macht, war erkrankt), und dachte darüber nach, wieviel Arbeit durch die nicht beantworteten Mails wohl an anderen hängen geblieben war.
Wenn sich in unserer Schule alle nur noch an die erlernten Zeitmanagementregeln halten würden, wären wir sicher bald keine Teamschule mehr.
Hört hört: Christian Scott covert Radiohead.
Mir ist inzwischen wieder eingefallen, worüber ich damals habe schreiben wollen: über das gecrowdfundete Orchesterkonzert von Mine. Mach ich vielleicht bald mal.
Am Freitag wollte ich auf eine Trauerfeier. Zehn Minuten vor Beginn berat ich über einen Nebeneingang den Neuen Friedhof – zum ersten Mal war ich dort – und machte mich auf dem riesigen Gelände auf die Suche nach der Kapelle. Schließlich sah ich das passende Gebäude und eilte zum Seitenaufgang, doch als ich gerade die Treppe zum Innenhof aufsteigen wollte, kam mir plötzlich eine Urne samt Trauerzug entgegen. Ich wand mich möglichst unauffällig um – und machte mich auf die Suche nach einer alternativen Kapelle, schließlich konnte dort, wo die eine Trauergemeinde das Gebäude verlässt ja nicht in wenigen Minuten die nächste Trauerfeier beginnen. Oder hatte ich mich womöglich in der Zeit geirrt? Zwischen den Bäumen der parkähnlichen Anlage lugte ich immer wieder Richtung Trauerzug, ob ich nicht doch jemanden erkennen würde. In meinem türkis-blauen Outfit – ein Wunsch der Hinterbliebenen war es, die Lieblingsfarben des Verstorbenen zu tragen – wirkte ich ziemlich verloren zwischen den Sträuchern und Bäumen des weitläufigen Friedhofs. Ich entschied, mein Glück nochmals beim Ausgangsgebäude zu probieren. Dort traf ich dann diesmal – es waren etwa 7-8 Minuten vergangen – auf die richtige Trauergemeinde. Man klärte mich flüsternd noch schnell auf, dass die vorausgegangene Trauerfeier eine Stunde zu spät gewesen sei, ich hätte gerade noch das aufgestellte Bild des zuvor zu Bestattenden verpasst, was recht makaber gewesen sei. Was dann begann, war eine bewegende Trauerveranstaltung.
Wie meine Mutter aufklärt, müsse es korrekt auf Wissenbacher Platt „Vuulssterwe“ heißen. Der Plural sei demnach „Viilssterwe“. Da frage ich mich, warum es Vogelsterben und nicht ‚Vögelsterben‘ heißt – dafür aber Insektensterben und nicht ‚Insektsterben‘. Schwer oarme Firma.
Donnerstag bin ich (auf dem Fahrrad) zwischen einem mich überholenden Zieharmonikabus und einem einparkenden Auto beinahe zerquetscht worden. Ich fuhr auf der Straße, der Bus überholte mich mit geschätzt weniger als 1m Abstand auf Höhe der ersten Sitzreihen links und dem einparkenden Auto rechts. Der Busfahrer drängte etwas nach rechts und mit einer starken Bremsung konnte ich noch rechtzeitig anhalten. Geschimpft habe ich wie ein Rohrspatz.
Meine Physiotherapeutin (Radfahrerin) hatte vor Jahren bereits über die Gießener Busfahrer geschimpft. Ich hatte das damals nicht so krass gesehen, mittlerweile aber einige Erfahrungen gemacht, die das tendenziell bestätigen. Noch problematischer finde ich allerdings diverse Radwege, die vom Bürgersteig auf Höhe einer Bushaltestelle auf die Straße zusammengeführt werden. Das ist sicher für Busfahrer schwer einzusehen. Zugegeben war dies nicht mein erster Gedanke, als ich damals mit einer Vollbremsung einen Ziehamonikabus etwa 50cm vor meiner Nase vorbeibrettern sah. (War es der gleiche Bus?)
Am Donnerstag habe ich mich jedenfalls über diese rücksichtslose Fahrweise des Busfahrers so sehr geärgert, dass ich ihn an der nächsten Haltestelle ansprach, ob er mich nicht gesehen hätte. Seine Reaktion: „Haben Sie mich nicht gesehen? Das ist kein Formel1-Rennen!“ (Ich muss hier nochmal betonen, dass er mich überholte.) Das fand ich sehr frech (, aber weil ich so langsam bin, fiel mir das erst später auf) und bat ihn mit zusammengelegten Händen: „Bitte, bitte, bitte, nehmen Sie mehr Rücksicht!“ Er hat mich dann mit den Händen nachgeäfft. Hat sich alles nicht so toll angefühlt. Habe mich dann noch den ganzen Tag aufgeregt. Auch irgendwie dumm.
Nennt man das eigentlich Nötigung?
Ich sehe da eher ein strukturelles Problem in der falschen Priorisierung bei städtischer Verkehrsplanung und halte Veränderungen hier für wesentlicher als Diskussionen um Tempolimits auf Autobahnen. Allerdings kann es mir auch passieren, von E-Bussen zerquetscht zu werden.
Diego weist auf das Vogelsterben (logo) hin: Vogelsterben: Es ist etwas faul im ländlichen Raum. Ich fasse das aus meiner Sicht Wesentliche zusammen für die Leesefaulen:
Die Arten der Kulturlandschaft haben Bestandseinbrüche von 50 Prozent und mehr erlebt, während ihre Verwandtschaft im Siedlungsraum oder in den Wäldern sich deutlich besser gehalten hat und nur geringe Verluste verkraften musste. […] Beginnend mit der Flurbereinigung wurden Flächen zusammengelegt und »störende« Strukturen wie Kleingewässer, Streuobstwiesen, Hecken oder einzelne Bäume entfernt. […] Die Überdüngung mindert die Artenvielfalt auf Äckern und Wiesen und sorgt dafür, dass Gräser zu schnell für viele Wiesenbrüter wachsen.
Gegen Ende des Artikels wird die britische Hope Farm verlinkt. (Diese gibt übrigens ein deutliches Wachstum der Vogelzahlen seit 2000 an.) Der Artikel kommt zu dem Schluss, dass konventionelle Landwirtschaft und Naturschutz zusammen funktionieren können.
Siehe auch: Kernbeißer, Weltbienenrat.
Dienstag war ich im Palladium in Köln zur Premierenshow des Rundfunk-Tanzorchester Ehrenfeld feat. Jan Böhmermann. Sie haben schöne Stücke gespielt und eine gute Show geliefert. Ein wenig mehr lockere Improvisation und es wäre noch unterhaltsamer gewesen.
Mir ist aufgefallen, dass das Palladium keine gute Akkustik bot. Gerade wenn man am Seitengang hinter Säulen stand, hat man nicht nur nichts von der Bühnd gesehen, sondern auch den Gesang nicht verstanden. Ich vermute, das liegt daran, dass das Palladium zuerst auf Fernsehübertragungen ausgerichtet ist. Jedenfalls hat der große Kameraschwenkarm gelegentlich noch stärker die Sicht versperrt als die Säulen.
Wie gesagt, mehr Improvisation hätte einem nicht das Gefühl gegeben, einer Zusammenfassung beizuwohnen. Ähnlich wie bei Mine & Orchester, wenn ich mich recht erinnere.
Endlich zeigt jemand mal eine sinnvolle Anwendungsmöglichkeit von diesem ganzen Überwachungskram:
„Wenn jemand später kommt, ist der Haupteingang geschlossen. Dann müssen die Schüler durch ein Gesichtserkennungssystem eintreten. Und wir Lehrer können dann auf dem Wechat-Konto der Schule sofort sehen, wer sich heute verspätet hat.“
Alles unter Kontrolle – Chinas intelligenter Schule entgeht nichts
Unter verschiedenen Artikeln auf Spiegel-Online gibt es ja immer wieder eine Kommentarfunktion. 5 Beiträge pro Kommentarseite werden da jeweils angezeigt. Ratet, welches Thema besonders stark kommentiert wurde. Richtig: Klimaschutz –
Regierungskommission schlägt Tempolimit auf Autobahnen vor. Oder wird dieser frischere Artikel noch gewinnen: „Lehrende“ statt „Lehrer“ –
Hannover führt gendergerechte Sprache ein.
Was sagt uns das? Vermutlich weniger, als unser Gehirn sich so denkt.
Siehe auch:
Klimaschutzpolitik – Zusammenzucken beim Thema Tempolimit
Limit auf Autobahnen – Ja zu Tempo 200! (Oje…)
Zur Diskussion: Tempolimit auf deutschen Autobahnen – Freiheitsbeschränkung oder Umweltschutz?
Stefan schickt mir diesen Link: StarTrek-Theologie.
Ich finde ja beim Thema Science Fiction und Religion Prometheus (Film, Mythos) interessant, weil da eine negative Schöpfungsgeschichte zugrunde gelegt wird. Da kommen die Konstrukteure auf die Erde und verteilen mittels schwarzem Glibbergengift die DNA eines der ihren auf dem Planeten – nur um später die Menschheit wieder auslöschen zu wollen. Der einzige Grund, warum das nicht passiert, ist, weil etwas schief gelaufen war. Genauso macht der Android David Fehler – und wird dadurch erst kreativ (und erschafft in Alien: Covenant allerlei Alienkreaturen). Also im Grunde Imperfektion als Antrieb der Schöpfung überhaupt.
Ich weiß, neu ist das nicht. Im Gegensatz zur neuen Staffel Star Trek: Discovery. Ich habe nach der ersten Folge die Befürchtung, dass die Serie die typische Netflixisierung durchmacht. Nachdem Staffel 1 eher dicht wirkte, hatte ich nun das Gefühl, dass die Story nun eher in die Länge gezogen wird.
Wer was wirklich Neues lesen möchte, dem empfehle ich Der Gewissensfall.
Neulich habe ich beim Frühstücken am Nachbartisch dem Gespräch einer 5er Normcore-Runde gelauscht. Demnach sei der Kitkatclub in Berlin wärmstens zu empfehlen. Schließlich hätten dort alle nackt getanzt. So ein Laden fehle Hamburg. Da müsse man sich heute mit dem Urknall eben zufrieden geben. Er habe ja neulich sich um 2h schlafen gelegt, den Wecker früh gestellt, um um 8h wieder weiterzufeiern. Doch bereits um 11h habe seine Freundin gesagt, sie sei müde und müsse nachhause. Das hätte sich voll nicht gelohnt. Als ich noch überlegte, ob ich ihnen den Consciuos-Club empfehlen solle, war die Gelegenheit schon vorbei.
Mich erinnert das an die 58-Stunden-Silvesterparty im Berghain und den Workshop zur Clubkultur auf dem letztjährigen Artlake-Festival. Der Rat des grimmigen Polizeibeamten, den ich ebenso nebenbei im Friedrichshainer Kiez wenig später belauschte, hätte ihnen wohl nicht gefallen: No club today, no club tomorrow.
Die Losung für heute steht u.a. in Matthäus 10,29:
Verkauft man nicht zwei Sperlinge für einen Groschen? Dennoch fällt keiner von ihnen auf die Erde ohne euren Vater.
Das hat mich daran erinnert, dass ich neulich versucht habe, einem Vogel, der gegen die Panoramascheibe meiner Mutter geflogen ist, wieder auf die Beine zu helfen:
Er hat einige Stunden gebraucht, dann war der Karton plötzlich leer. Wenig später hopste er über den Rasen und pickte auf dem Boden unter dem Futterspender. Fliegen habe ich ihn leider nicht mehr sehen. Obwohl vermutlich kein Flügel gebrochen war, schien er das Fliegen irgendwie nicht mehr hinzubekommen. Ob er die anschließende Nacht überlebt hat, weiß ich nicht, gesehen habe ich ihn nicht mehr.
Meine Mutter meinte, es könne sich um einen Kernbeißer gehandelt haben. Ich bin mir nicht sicher, vielleicht war es auch eine andere Finkenart.
Gestern hatte ich einen dicken Brief in meinem Briefkasten. Darin war ein Büchlein: Mensch und Maschine. Wie es sich herausstellte, – Achtung: Link enthält Spoiler! – habe ich es von Diego bekommen – diesmal leider ohne Widmung.
Beim Zappen in der ARD Mediathek bin ich auf 3sat auf das Thema Fasten gestoßen: Scobel.
Da waren viele mir bekannte Informationen dabei (Autophagie, Ketone) und einige für mich neue: Fasten durch Nahrungsmittelergänzung Spermidin , Fasten mache Chemotherapie verträglicher.
Ein bisschen nervt mich, dass in jüngster Zeit alles Mögliche evolutionär begründet wird, wenn es klug, plausibel und fortschrittlich klingen soll. Streng genommen ist die Argumentation aber reaktionär, wie es in der Sendung auch deutlich wurde: Da solle unser Körper ernährt werden wie zu Zeiten der Jäger und Sammler, z.B. durch das Intervallfasten, auch 16/8 genannt. Erinnert mich an mein Projekt 20/4. Vielleicht gehe ich das demnächst mal an.
Zwei Filme habe ich in der letzten Zeit bewusst gesehen. Der eine war Sibel.
(Es geht um eine stumme Frau, die sich in einem türkischen Bergdorf nur in Pfeifsprache unterhalten kann. Alle Pfeifdialoge seien authentisch. Die Schauspielerin musste zu Beginn der Dreharbeiten die Pfeifsprache lernen. Lustig fand ich, dass sie zunächst nicht einmal pfeifen habe können.)